Öko-soziale Beschaffung

Welche Kriterien sind bei öffentlicher Beschaffung von Bedeutung?

Wir sagen: Es zählen auch ökologische und soziale Faktoren.

Öko-soziale Beschaffung oder auch nachhaltige oder faire Beschaffung meint den Erwerb von Gütern und Dienstleistungen durch staatliche oder öffentliche Organisationen unter Berücksichtigung von öko-sozialen Kriterien. 

Öko-soziale Kriterien beschreiben die Bedingungen, unter denen Konsumgüter produziert werden. Dabei ist die Berücksichtigung der vollen Wertschöpfungskette wichtig. Ebenfalls ist es wichtig, die komplette Bandbreite von öko-sozial zu verstehen. Die Berücksichtigung öko-sozialer Kriterien meint sowohl menschenrechtskonforme Beschaffung als auch umweltschonende Produktion. 

Soziale Kriterien sind unter anderem: Bezahlung fairer Löhne, Berücksichtigung von Arbeitsschutz, Abschaffung von ausbeuterischer Kinderarbeit, Kompensation von Überstunden und Schutz vor Überarbeitung.

Ökologische Kriterien sind unter anderem: nachhaltige Energiegewinnung in Produktionsstätten, Langlebigkeit und Umweltverträglichkeit (z. B. Chemikalieneinsatz, Transportwege), Recyclingfähigkeit und ressourcenschonende Produktion. 

Warum öko-soziale Beschaffung?

Das Beschaffungsvolumen der öffentlichen Hand in Deutschland ist groß. Jedes Jahr werden von der öffentlichen Hand rund 350 Milliarden Euro für Waren, Bau- und Dienstleistungen beschafft. Bei der Beschaffung auf öko-soziale Kriterien zu achten, kann also einen echten Unterschied machen! Je mehr Kommunen und öffentliche Agierende mitmachen, desto größer die Wirkung.  

Aus rein ökonomischer Sicht scheint das nachhaltigere Produkt oft teurer zu sein. Doch langfristig betrachtet ist die Entscheidung für ein nachhaltigeres Produkt auch ökonomisch sinnvoll, da Lebenszykluskosten bei nachhaltigen Produkten stärker eingepreist sind. Folgekosten werden reduziert und die wirtschaftliche Effizienz gesteigert.

Warum also öko-soziale Beschaffung? Weil ein Wandel im Einkauf der Kommunen zu einem Mehr an Nachhaltigkeit führen und Anreize für Wandel entlang der Lieferkette schaffen kann! Wenn öko-soziale Kriterien in immer mehr Entscheidungen berücksichtigt werden, rückt das Ziel der Nachhaltige Entwicklung immer näher. 

Unser aktuelles Projekt: “Fhoch3 – Function, Fair, Fashion”

Nicht nur Privatleute und Wirtschaftsunternehmen, sondern auch Kommunen und kommunale Unternehmen kaufen für ihr Personal und ihre Räumlichkeiten Textilien ein. Oftmals handelt es sich um Dienst- und Schutzkleidung. Ein Hebel auf dem Weg in eine nachhaltigere Zukunft? 2020 haben wir die Projektreihe “Fhoch3 – Function, Fair, Fashion” gestartet: Mit Hilfe von Workshops, Gesprächsrunden, Ausstellungen, Videos und einer Studie zur Erfassung des Ist-Zustands in FrankfurtRheinMain wollen wir Kommunen und andere Interessierte dazu ermutigen, bei der Beschaffung von Dienst- und Schutzbekleidung (noch) mehr auf öko-soziale Kriterien zu achten.

Berichte und weiterführende Materialien sind am Ende dieser Seite in Form von Blogeinträgen zu finden!

Im Rahmen unserer Fhoch3-Kampagne sind drei Videos entstanden, die sich um öko-soziale Beschaffung in Kommunen drehen:

Auch der Auftakt der Veranstaltungsreihe ist aufgezeichnet worden:

Erfahren Sie mir über unsere Projekte…

Wanderausstellung Mobiler Kleiderschrank

Der mobile Kleiderschrank der Kulturregion FrankfurtRheinMain tourte im Herbst 2020 durch die Metropolregion. Er enthielt Musterstücke der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) für öko-soziale Dienstbekleidung verschiedener Berufsgruppen

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Praxistest von öko-sozialer Dienstbekleidung

Das fünfjährige Jubiläum der Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen am 25. September 2020 nahm Rhein.Main.Fair zum Anlass, Kommunen der Metropolregion FrankfurtRheinMain nachhaltig produzierte Dienstbekleidung für einen zweimonatigen Praxistest zur Verfügung zu stellen.

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Fhoch3 – Studie

Aktuell führen wir eine Studie durch rund um das Thema öko-soziale Kriterien bei der kommunalen Beschaffung von Dienst- und Schutzbekleidung in der europäischen Metropolregion FrankfurtRheinMain und Umgebung durch. Hierbei kooperieren wir mit der Goethe Universität Frankfurt am Main. 

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Fhoch3 – Videos

Fast Fashion, Sonderangebote und bis zu 20 verschiedene Kollektionen pro Jahr – das alles ist nur möglich, wenn anderswo gespart und weggeschaut wird. Die Folge? Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzung stehen auch in der Textilindustrie noch immer auf der Tagesordnung.

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